Das geheimnisvolle Kissen

AUFFÜHRLIZENZ ERWERBEN

Das geheimnisvolle Kissen

Wer spielt mit:

Zwirnhild Kreidebleich: ( eine alteSchneidermeisterin )

Nadelheid Spitz: ( Schneiderlehrling )

Scherlinde Knopf: ( Schneiderlehrling )

Schlitz: ( böser Diener von Madame Fürst )

Ohr: ( böser Diener von Madame Fürst )

Madame Fürst: ( wohlhabende ältere Frau )

Frau Musterfrau: ( gute Dienerin von Madame Fürst )

Doktor Helfgott: ( der Arzt von Madame Fürst )

Erzähler:

Erzähler:

Ja, meine Lieben, dies ist eine Geschichte, die ich selber kaum glauben kann, aber stellt euch vor, es hat sich wirklich so zu getragen. Es war einmal eine sehr wohlhabende Frau. Sie war gut und hat jeden recht behandelt. Ihr Name war Madame Fürst. Niemand kannte ihren Vornamen – Madame Fürst, wurde sie genannt und war bekannt im ganzen Land. Jeder mochte sie. Das war auch kein Wunder, denn erstens war sie sehr großzügig und hilfsbereit und zweitens war sie immer gut aufgelegt. Stets hatte sie drei Diener an ihrer Seite. Madame Fürst brauchte auch drei Diener, denn sie ging durch die Straßen und verteilte Brot an die armen Menschen in ihrer Gegend.

Frau Musterfrau, die Dienerin von Madame Fürst, war eine herzensgute Seele und immer für Madame Fürst da. Schlitz und Ohr hingegen waren anders. Alles war ihnen zu viel. Sie wollten nur faul herumliegen und den Reichtum von Madame Fürst genießen. Das hatten sie eine Idee. Sie schlichen sich in das Schlafzimmer von Madame Fürst, die, wenn sie einmal eingeschlafen war, nichts mehr stören konnte.

1. Szene

Schlitz und Ohr im Schlafzimmer von Madame Fürst. Madame Fürst schläft tief. Beide halten ein Fläschchen in der Hand. 

Schlitz: „Genial, diese Tropfen vom Bepotheker – meinem Kumpel. Er sagt sie halten garantiert wach.

Ohr: „Ja, die Alte macht die ganze Nacht kein Auge zu und schläft dafür am Tag. Dann müssen wir nicht mehr dieses blöde Brot austeilen und können endlich faulenzen.

Sieh geben ein paar Tropfen auf das Bett von Madame Fürst und verschwinden wieder. Gleich darauf wacht Madame auf und ist hell wach. Sie sieht auf ihren Wecker. 

Madame Fürst: „Komisch, warum bin ich wach? Ich bin nie wach um diese Zeit. Es muss mir gelingen wieder ein zu schlafen. 

Madame Fürst versucht weiter zu schlafen, aber es gelingt ihr nicht. Völlig verwundert sitzt sie auf und beginnt etwas zu lesen.

Madame Fürst: „Das ist mir unerklärlich – ich bin hell wach! Vielleicht hilft lesen?“

Vorhang zu

Erzähler:

Erst bei Sonnenaufgang wird Madame Fürst unendlich müde, legt sich hin und schläft ein. Wie jeden Tag um 7 Uhr kommt Frau Musterfrau, um Madame zu helfen. Madame Fürst kann sich nämlich nicht mehr selber die Strümpfe anziehen. Normalerweise sitzt Madame im Bett und hört Radio. Normalerweise ist das erste was Frau Musterfrau jeden Morgen hört ein freundliches „Guten Morgen, haben sie gut geschlafen?“ Aber heute ist alles anders.

2. Szene:

Frau Musterfrau kommt ins Schlafzimmer, wundert sich und versucht Madame zu wecken.

Frau Musterfrau: „Aber Madame, es ist 7 Uhr, Zeit zum Aufstehen! Madame, Madame bitte wachen Sie auf. Um Gottes Willen, schläft sie oder ist sie tot? Gott sei Dank, sie schläft, ich spüre ihren Atem. Madame, wachen Sie doch auf!“

In diesem Moment kommen Schlitz und Ohr in den Raum

Schlitz: „Was soll der Lärm um diese Zeit, da kann ja kein Mensch schlafen!“

Ohr: „Das glaube ich nicht – sieh mal die Chefin an!“

Schlitz: „Nein, so etwas, die schläft ja noch – wie kann man nur!“

Ohr: „Komm, Schlitz, legen wir uns wieder aufs Ohr. Ich glaube heute wird nichts aus der Brotausteilerei.“

Schlitz und Ohr verlassen mit einem Grinsen das Zimmer.

Frau Musterfrau: „Das geht nicht mit rechten Dingen zu – ich rufe lieber den Arzt.“

 Frau Musterfrau telefoniert und Dr. Helfgott kommt ins Zimmer. Er niest.

Frau Musterfrau: „Helfgott!“

Helfgott: „Ja, wer denn sonst?

Musterfrau: „Gut, dass Sie da sind, meine Madame schläft noch immer.“

Helfgott: „In der Tat, in der Tat – aber sie ist kerngesund. Wirklich komisch. Geben sie ihr vor dem Einschlafen zwei von diesen Pillen, wenn das nicht hilft, kann ich auch nicht helfen. In der Tat komisch, in der Tat.“

Frau Musterfrau: „Was soll ich dann tun?“

Helfgott: „Dann kann, in der Tat, nur noch eine helfen – Zwirnhild Kreidebleich und ihre Helferinnen.  Man sagt, dass sie geheimnisvolle Kissen nähen. Wer auf so einem Kissen liegt, kann nicht anders als schlafen. Ich als Mediziner glaube ja nicht an so einen Hokuspokus, aber, in der Tat, schaden wird es nicht. Auf wieder sehen.“

Vorhang zu

Erzähler:

Erst am Abend ist Madame aufgewacht. Schlitz und Ohr waren begeistert von den Tropfen. Den ganzen Tag lagen sie auf der faulen Haut. Frau Musterfrau war sehr besorgt und voller Freude als Madame endlich wach war. Madame war entsetzt, dass sie den ganzen Tag verschlafen hatte. Die Menschen auf den Straßen warteten vergeblich auf ihr Brot und viele meinten, dass Madame vielleicht sehr krank war. Madame nahm die Medizin von Dr. Helfgott und konnte sofort einschlafen. Frau Musterfrau war beruhigt, denn wenn Madame jetzt die ganze Nacht schläft, dann wird morgen wieder alles beim Alten sein. Auch sie ging schlafen.

Es gab aber im Haus zwei, die noch nicht schliefen. Schlitz und Ohr schlichen wieder ins Schlafzimmer, versprühten ihre Tropfen und verschwanden wieder. Gleich darauf wachte Madame auf und alles ging von vorne los. Madame und Frau Musterfrau waren völlig verzweifelt – nur Schlitz und Ohr strahlten um die Wette. Am Abend als Madame wieder aufwachte, gingen sie und Frau Musterfrau zu Zwirnhild Kreidebleich.

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